Interview mit Axel Neiß:

Herr Neiß, warum Sind Sie Winzer geworden?

Während der letzten Jahre auf dem Gymnasium war mir klar, dass ich etwas mit bzw. in der Natur machen wollte. Nachdem ich eigentlich Forstwissenschaften studieren wollte, entschied ich mich um, um Weinbau zu studieren. Schließlich hatte ich den elterlichen Betrieb ja direkt vor der Nase, und konnte mir schon Mitte der 90er Jahre sehr gut vorstellen, welches Potenzial in den nordpfälzer Lagen steckte und wie man dies „in die Flasche“ bringen kann.

Was sind denn Ihre wichtigsten Vorbilder?

Es gibt für mich kein pauschales Vorbild. Es gibt so viele verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereiche, das kann kein einzelnes Vorbild alles abdecken. Grundsätzlich gibt es aber Menschen, die ich bewundere. Z.B. Altkanzler Helmut Schmidt, der  mit seiner klaren, direkten Art viele gute Dinge bewegt hat und auch in hektischen Zeiten Umsicht und ein sehr gutes Krisenmanagement gezeigt hat.

Visionäres Denken, wie bei Steve Jobs und auch soziales Engagement, wie z.B. ein befreundeter Zahnarzt, der zweimal im Jahr auf eigene Kosten nach Nepal fliegt um dort kostenlos zu behandeln, bewundere ich ebenfalls.

Was war Ihr schönstes Weinerlebnis?

Während meiner Ausbildung bin ich sowohl in die argentinischen, chilenischen und neuseeländischen Weinregionen gereist. Da gab es so viele spannende Erlebnisse – da kann ich kein einzelnes hervorheben.

Was ist Ihr Lieblingsgericht und welchen Wein gibt es dazu?

Ein sehr gutes Stück Fleisch mit einem fein gereiften deutschen Spätburgunder esse ich genauso gerne, wie z.B. Fisch-Tagiatelle mit dem dazu passenden Riesling oder Weissburgunder.

Was macht Ihnen denn nicht so viel Spaß?

Kurz und knapp: Alles was mit dem Büro zu tun hat. 

Wenn Sie wählen müssten: Was wäre Ihr letzter Wein?

Da würde mir die Wahl sehr schwer fallen. Es gibt so viele gute Weine. Wahrscheinlich würde ich in unseren privaten Weinkeller gehen und ganz spontan entscheiden.

Hintergrundinformationen zum Weingut Ludi Neiss:

Als Ludi Neiß im Jahre 1959 mit seiner Frau Christine das Familienweingut übernahm, wurde dort noch Ackerbau betrieben. Inzwischen gilt die gesamte Aufmerksamkeit der Familie Neiß dem Weinbau. Nach der Winzerausbildung und dem Önologiestudium samt Auslandsaufenthalten in der Champagne und Argentinien, hat mit Axel Neiß inzwischen die fünfte Generation den Hof übernommen. Die 17 Hektar Rebfläche sind jeweils zur Hälfte mit weißen und roten Rebsorten bestückt. Neben den Hauptsorten Riesling und Spätburgunder, sind es vor allem Sorten wie Weißburgunder, Silvaner und Merlot. Die sechste Generation der Familie wächst inzwischen heran. Max, Julian und Anton lassen uns hoffen, dass das Weingut Neiss auch in Zukunft mit Leidenschaft und Enthusiasmus weitergeführt wird.